Projekt

Ausgangssituation: Die produzierenden Unternehmen Österreichs stellen qualitativ hochwertige Waren her und können auf einen hochqualifizierten Mitarbeiterstamm zugreifen. Allerdings sind die Unternehmen derzeit technologischen und gesellschaftlichen Trends ausgesetzt, auf die sie reagieren müssen, um weiterhin international kompetitiv produzieren zu können. Dazu gehört das Verlangen der Kunden nach individualisierten Produkten (kleinere Losgrößen, schnellere Produktionszyklen). Produktionsanlagen und Produkte werden immer mehr vernetzt und mit Sensorik versehen. Das bedeutet eine erhöhte Informationsdichte und Komplexität für die MitarbeiterInnen und damit auch erhöhte Arbeitsbelastung und Stress. Zusätzlich erfährt Österreich einen demographischen Wandel. Die BürgerInnen des Landes werden immer älter und sollten länger im Arbeitsprozess gehalten werden. All diese Trends, und das Ziel, die hohe Qualität der produzierten Waren zu erhalten, führen zu einem erhöhten Bedarf an optimierter Unterstützung der MitarbeiterInnen am Arbeitsplatz.

 

Ziele und Innovationsgehalt: Ziel in MMAssist II ist es, modulare und wiederverwendbare Assistenzsysteme für MitarbeiterInnen in produzierenden Firmen zu erforschen und zu implementieren. Dazu werden die Projektpartner anhand der exemplarischen Use Cases Wartung und Instandsetzung, Rüsten und Mehrmaschinenbedienung bzw. Montage die grundsätzlichen Anforderungen an Assistenzsysteme aus technischer und sozioökonomischer Sicht analysieren. Basierend auf einer stark kontextorientierten Anforderungsanalyse werden sogenannte „Assistenz Units“ erarbeitet, modulare Grundbausteine für Assistenzsysteme, die so definiert werden, dass sie in verschiedenen Anwendungskontexten wiederverwendet werden können. Zur Umsetzung der Assistenz Units wird ein Software Framework implementiert, mit dem Assistenz Units dynamisch zu Assistenzsystemen für einen gegebenen Anwendungsfall konfiguriert werden können. Dabei kommen bei der Konfiguration verschiedene multimodale Input und Output Modalitäten zum Einsatz, sowie Kontextgenerierungsmodule, die ebenfalls im Projekt entwickelt werden. Zur Messung und Evaluierung der Effizienz und Umsetzbarkeit des Projektansatzes, werden definierte Assistenz Units prototypisch im Labor und im echten Produktionskontext implementiert werden.

Angestrebte Ergebnisse und Erkenntnisse: Ergebnis von MMAssist II ist ein profundes empirisches und soziotechnisch orientiertes Verständnis über Bedarf und Anforderungen an Assistenzsysteme im Produktionskontext. Diese bestehen aus wiederverwendbaren, wissenschaftlich fundierten und umfassend evaluierten Assistenz Units. Die Lösungen werden durch MitarbeiterInnen aus produzierenden Unternehmen unter den jeweiligen Kontextbedingungen validiert werden. Dies bringt Erkenntnisse über die Akzeptanz bzw. dem Benutzererlebnis bei der Verwendung von Assistenzsystemen, und wird damit die Verringerung von Arbeitsbelastung für die MitarbeiterIn messbar machen.